Logo Start Aktuelles Stücke Angebote Aufführungsbedingungen Gästebuch Links


Mehr über mich


Hier wurde was von mir gespielt


Presse


Impressum
Fraenkische Nachrichten
erschienen am: 10.07.2004

Das Martyrium des Jünglings Hans Weyhe


Stationentheater über die tragische Geschichte des ersten Christen in Schwabhausen

http://www.theaterfreunde.net/TheaterfreundeSchwabhausen/Pressestimmen/Bilder/CCI00074.jpg
Hans Weyhe (Rudi Appel), als Angeklagter, wird gerade vom hohen Gericht aufgrund seiner Erfahrung mit dem christlichen Glauben, zum Verbrennen auf dem Scheiterhaufen verurteilt.Bild: Waltraud Henninger


Von Waltraud Henninger

Schwabhausen. So viel kann man im Vorfeld verraten: Die Theaterfreunde Schwabhausen in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Schwabhausen unter der Federführung von Pfarrer Dr. Rudolf Landau führen ein historisches Theaterstück mit dem Titel "Hans Weyhe" als Stationentheater von hohem kulturellen Wert an vier Terminen zu unterschiedlichen Zeiten auf. Es ist das elfte Mal, dass Jörg Appel, ein Genie im Texten von Theaterstücken, ein neues Stück verfasste.

Als Grundlage für diese Idee diente Appel ein Gedicht des Schwabhäusers Paul Weckesser aus dem Jahre 1845, worin von einem Jüngling die Rede ist, namens "Hans Weyhe". Dieser kehrte nach dem Krieg in sein Heimatort Schwabbausen zurück und bekennt sich als erster zum Christentum und damit nahm das Schicksal seinen Lauf. Seine Verlobte Marie (Dana Dörzbacher) hat in all den Jahren auf ihren Hans (Rudi Appel) gewartet. Nur war da ein Dorfbewohner, namens Johannes (Michael Czasch), der Marie auch gerne sah und versuchte, sie für sich zu gewinnen, gleichwohl er der Freund von Hans Weyhe (Rudi Appel) war. Bei einem Treffen von Hans mit seiner Marie, erzählt ihr dieser von seiner Inspiration und dem Kontakt mit dem Christentum, was ihn fortan nicht mehr los lässt.

Dem Gespräch jedoch lauschten zwei Ohren, die nicht dafür bestimmt waren und zwar die von Johannes, der aus Rache über die verschmähte Liebe seinen Freund Hans anschließend an die Soldaten verrät. Hans wird aufgrund seiner Erfahrung mit seinem christlichen Glauben vor ein Schnellgericht gestellt und vom Richter (Thorsten Neims) zuständig als Gerichtsherr des Landesherrn, trotz vieler Bitten um Erbarmen, aber aufgrund fürchterlicher Sitten im frühen Mittelalter zum Tode durch Verbrennen verurteilt. Doch da war noch ein Geist aus dem Gedicht (Hannelore Rieger-Appel) der ständig herumspukte und aufgrund dieser Ungerechtigkeit die Kraft seiner Geisterhand walten ließ. Denn einige Jahrhunderte später soll eine Kirche in der Ortsmitte von Schwabhausen gebaut werden. Doch über Nacht sind dort alle Balken und Steine, wie von Geisterhand an einen anderen Ort gebracht worden und zwar an die Stelle, wo Hans Weyhe verbrannt worden war.

Viele Fragen kommen auf. Warum wurde dort eine Kapelle errichtet oder warum wurde die Schwabhäuser Kirche genau dort gebaut, wo sie heute steht? Auch diese Frage wird im Theaterstück geklärt. Ende Mai diesen Jahres begann man in Schwabhausen mit der ersten Probe, wozu 50 aktive Schauspieler benötigt wurden, mit insgesamt 20 Sprechrollen. Die erste Station des Freilichttheaters ist am Gemeindehaus, dann geht es Richtung Brauerei und Villa zum Kappelholz, wo symbolisch die Verbrennung von Hans Weyhe stattfindet.

Dann zieht der Korso weiter zum Kalksilo, zurück zur Kirche und als Ausgangspunkt ins historisch aufgebaute Dorf auf der Wiese am Ende des Ortes. Dort wartet auf die Besucher allerlei Kulinarisches aus damaliger Zeit. Also zirka zwei Kilometer Fußmarsch werden insgesamt durch Wald und Flur zurückgelegt, ehe man das Gehörte und Gesehene ausklingen lässt. Bemerkenswert ist, dass die mittelalterlichen Kostüme aus gespendeten Stoffen, selbstgeschneidert wurden.

Weitere Spieler haben aktive Rollen und zwar: Lilly, eine Jugendliche von heute, (Elena Weber), Paul, ein Jugendlicher aus heutiger Zeit, (Dennis Zoder), Helene (Karin Ellesser) Andreas, ein Bruder von Hans, (Gerd Behringer), Frieda, Anna und Barbara die drei Waschweiber, (Bettina Pfeil, Daniela Czernin und Barbara Grieser), ein Anführer als Chef der Soldaten (Mario Appel), der Bote, als Ausrufer des Landesherrn (Benjamin Czernin), Hermann, der Schultes und Ortsvorsteher (Jörg Wiederroth), Gertrud, die Frau von Hermann (Elke Czasch), ein Pfarrer als Geistlicher aus dem Mittelalter (Gunther Kunz), einige Dorfbewohner (Achim Scholl, Florian Daniel und Annette Ehrmann).

Am 17. Juli um 17 Uhr ist die erste Vorstellung und die zweite um 20 Uhr. Die nächsten Termine finden statt am 18. Juli, um 13.30 und 17.30 Uhr, am 24. Juli um 17 und 20 Uhr und am 25. Juli um 13.30 und 17.30 Uhr. Damit auch alle Anwesenden auf ihre Kosten kommen, will man nur Gruppen von je höchstens 70 Personen zulassen, die ihre Karten alle und zwar nur im Vorverkauf, zwecks der Terminaufteilung, bei der Volksbank Schwabbausen, Telefon 0 79 30 / 18 27, oder bei der Bäckerei Czasch, Schillingstadt, Telefon 0 79 30 /64 98 erwerben können. Die Veranstalter weisen ausdrücklich darauf hin, dass dieses Stück, gespielt mit der Strenge und Härte der Gesetze des Mittelalters, für Kinder nicht geeignet ist. Am letzten Tag der Aufführung (25. Juli) haben ältere oder gehbehinderte Besucher die Möglichkeit, in Pferdekutschen zu den jeweiligen Theaterstationen gefahren zu werden.

Copyright
Jörg Appel
Boxberg-Kupprichhausen